Entscheidungsfindung: Deine innere Autorität 3 - Selbst und äußere Autorität

Autorität im Selbst

Wenn Deine Milz, Dein Emotions- und Sakralzentrum offen sind und entweder Dein Herz definiert und mit dem Selbst aber nicht dem Kehlzentrum verbunden ist oder das Herz offen und das Selbst definiert und mit der Kehle verbunden ist, lautet Deine Entscheidungsstrategie: 
Sei Dir selbst treu!

Diese Entscheidungsstrategie ist anders als die vorangegangenen. Sie liefert eine ganz feine innere Führung. Sie ist in der Art, wie sie sich zu Wort meldet, so sanft wie ein Schmetterling, in der Ausführung jedoch so stark wie ein Ochse. Das liegt daran, dass es hierbei um nichts anderes geht als um inneres Wissen.

Dieses innere „Wissen“ kannst nur Du selbst beginnen zu erfassen. Vielleicht ist die Autorität aus dem Selbst am schwersten greifbar, bevor Du nicht erfahren hast, wie sie sich äußert und wie Du ihre Signale, ihre Genauigkeit und Richtigkeit erkennen kannst. Sie kommt sanft und manchmal ohne Vorankündigung als eine Erkenntnis, als würde Dir ein Licht aufgehen, das Du nicht unterdrücken darfst. Es ist ein angeborenes Gefühl, das sich mit keiner der anderen Autoritäten vergleichen lässt. Das Selbst „weiß“ ganz einfach, was richtig und was falsch ist, im einzigartig persönlichen Zusammenhang.


An welcher Stelle entsteht dieses Wissen? Richte Deine Aufmerksamkeit auf Dein Brustbein. Das ist der Ort, an dem ein bestimmtes körperliches Gefühl, das aus dem Selbst-Zentrum kommt, Dich streift. Wenn Du Deine Autorität im Selbst hast, wirst Du es erkennen und musst ihm bedingungslos vertrauen lernen. Deine Entscheidung klingt dann so: „Ich weiß es einfach. Ich kann es nicht erklären aber ich weiß es.“ Das Entscheidende ist Dich von diesem Wissen, dieser inneren Führung, nicht abbringen zu lassen, weil es vielleicht verschwommen, vage, unerklärbar erscheint und leicht von den Emotionen, Bauchreaktionen, der Intuition oder Willenskraft anderer plattgewalzt werden kann. Es könnte so aussehen, als ob die anderen eine kraftvollere Autorität haben als Du. Aber fange an, diesem Deinen inneren Wissen, diesem Schmetterlingsflügelschlag im Brustbein, zu trauen wie der verlässlichsten Vertrauensperson Deines Lebens!


Mit dieser Autorität hast Du ein Design wie Barbara Streisand, Mick Jagger oder Steven Spielberg. Du bist Projektor und geborener Führer. Du folgst Deinem eigenen Weg, entsprechend dem Anerkennungs- und Einladungs-Prozess, den es für Dich brauchst, damit Du Dich beteiligen und Deine Gaben zum Einsatz bringen kannst. Als Führer musst Du diese Selbst-Autorität sehr umsichtig einsetzen, denn es ist verlockend in die Bestrebungen anderer hineingezogen zu werden, die umzusetzen Du jedoch nicht die Energie besitzt. Worauf Du Dich einlässt muss für Dein eigenes Leben von Bedeutung sein. Dies setzt voraus dass Du mehr als bei jedem anderen Design auf Deine wahre Natur vertraust.



Äußere Autorität

Wenn KroneVerstand oder Kehle definiert sind und alle anderen Zentren offen sind oder sogar das gesamte Chart offen ist (beim Reflektor), dann lautet Deine Strategie: 
Zugang zur Intelligenz finden.

Diese Art von Autorität ist einzigartig, denn Du hast keinen inneren Anzeiger, was für Dich richtig ist, sondern Du musst durch einen äußeren Prozess gehen, um Deine innere Wahrheit entdecken zu können. Du darfst Dich auf gar keinen Fall zu einer Entscheidung drängen lassen! Dein Entscheidungsprozeß ist langsam, bedächtig, maßvoll und sorgfältig. Deine Autorität wägt ab, forscht gründlich nach, überprüft alle wieder und wieder, bevor sie irgend welche Schlussfolgerungen zieht.

Mit dieser Autorität bist Du entweder ein Reflektor oder eine ganz bestimmte Art von Projektor, der lediglich Krone und Verstand und/oder Verstand und Kehle definiert hat. Deshalb hast Du keinen inneren Filter, auf den Du Dich verlassen kannst. Doch Dein brillanter Verstand, dieses beeindruckende Informationsverarbeitungswerkzeug, hilft Dir dennoch, zu verlässlichen Entscheidungen zu finden. Du musst dafür jedoch große Geduld üben und einen erweiterten, offenen Blick auf Deine Entscheidungssituationen einnehmen! Die vielen weißen Zentren in Deinem Chart bedeuten nämlich, dass Du Zugang zu den Blickwinkeln, Vorstellungen, Ideeen und Empfindungen aller anderen Menschen hast, die in diesen Zentren definiert sind, und Du kannst diese Informationen in Deine eigene Weisheit verwandeln. Der für Dich korrekte Entscheidungsfindungsprozess beruht deshalb darauf, dass Du Dich mit anderen Menschen berätst und austauschst. Dies kann auf direkte oder indirekte Weise über einen Zeitraum von 29 Tagen erfolgen. Diese 29 Tage entsprechen den Bewegungen und Phasen des Mondes. Diese Autorität trägt deshalb die Bezeichnung „äußere“, weil sie von Natur aus beratungsbezogen ist und den Mondzyklus mit berücksichtigt. Denn so wie der Mond Ebbe und Flut beeinflusst, steht er auch in Beziehung zu den Veränderungen Deines Blickwinkels.


Wirst Du vor eine Wahl oder ein Dilemma gestellt, besteht Deine erlernte Tendenz vielleicht darin, das Thema innerlich immer wieder hin und her zu wälzen und nach einer Antwort in Deinem Innerenzu suchen. Aber für Dich ist es zwingend notwendig, nach außen zu schauen und die Welt um Dich herum zu sondieren und auszuhorchen. Du solltest Dir sogar einen Mondkalender kaufen und Dich mit den Bewegungen des Mondes am Himmel vertraut machen. Trage 29 Tage nach dem Beginn einer Entscheidungssituation „Tag der Entscheidung“ darin ein und starte dann Deine Erkundungen. Forsche, lies in Büchern und im Internet, gestatte Deiner angeborenen Empathie zu bemerken, wer oder was um Dich herum etwas mit diesem Thema zu tun hat. Das meiste wird in den ersten Tagen Deines Entscheidungszyklusses bereits ausscheiden. In der Praxis wird es natürlich nicht immer möglich sein, eine Entscheidung 29 Tage hinauszuzögern, aber sei Dir des Mondzyklusses bewusst und versuche so oft wie möglich ihn anzuwenden, vor allem bei Entscheidungen mit weitreichenden oder andauernden Konsequenzen! Sobald Du Dich an diesen Abgleich mit dem Mondzyklus gewöhnt hast, wird es Dir möglich sein, Deinen Prozess vorweg zu nehmen und früher eine verlässliche Entscheidung zu fällen. Aber wie gesagt, für wichtige Entscheidungen lohnt es sich, den 29 Tage Prozess vollständig zu durchlaufen.


Gemeinsame Entscheidungen mit anderen brauchen Übung und Geduld sowie großes Vertrauen zu den Menschen Deiner Umgebung. Oft wirst Du Dich zu schnellerem Entschluss gedrängt fühlen. Es mag auch esoterisch anmuten, sich am Mondzyklus zu orientieren, aber wie gesagt, auch Ebbe und Flut werden davon bestimmt und die meisten Abläufe in der Natur haben zyklischen Charakter. Also sei mutig und probiere es aus! Wenn Du Deine Autorität akzeptiert und gemeistert hast und Dir den Raum dafür gönnst, kannst Du zu einem der weisesten Entscheidern von allen werden, denn in vielerlei Hinsicht ist das ganze Universum Deine Unterstützung und Dein Mit-Entscheider! Dadurch wirst Du möglicher Weise mit Deinem Wissen zu einer Art wandelndem Lexikon und Dein Intelligenzniveau übersteigt das der meisten Menschen um Dich herum. Allmählich wirst Du die Gelegenheiten schätzen lernen, in einem riesigen Spektrum an Meinungen, Erfahrungen und Möglichkeiten Deinen ureigensten Platz zu finden.


Damit habe ich einen ersten Überblick über die allgemeineren Einflussfaktoren des Human Designs in Anlehnung an das Buch „Human Design. Entdecke die Person, die du wirklich bist“ von Chetan Parkyn (in seiner 2. Auflage 2015) gegeben. Du kennst nun Deine Zentren, Deinen Typ und Deine Autorität. Du kannst diese Informationen jetzt schon nutzen, Deinen Umgang mit Dir und der Welt zu transformieren und Dein Leben damit wieder näher an Deinen Meridian, Deinen inneren Kanal, heranzuführen, also mehr in Deiner inneren und damit göttlichen Ausrichtung zu leben (s. mein Arbeitsmodell „Vom Opfer zum Schöpfer“)



Dadurch wirst Du Dich bereits sehr viel klarer, kraftvoller und wirksamer erleben. Wenn Du z.B. entdeckt hast, dass Du ein Generator mit emotionaler Autorität bist, weißt Du jetzt, dass Du bei jeder Begegnung mit der Welt auf Deine Bauchreaktion achten musst und nur reagieren kannst. Außerdem musst Du üben, die emotionale Klarheit abzuwarten und die Gefühlswellen surfen lernen, ohne davon mitgerissen zu werden. Ich lade Dich ein, zunächst dieses Wissen umzusetzen und zu trainieren, Dich Deinem Design entsprechend durch Deinen Alltag zu bewegen. Was Dir dabei natürlich ungemein nützlich sein wird, ist die Fähigkeit, achtsam auf Deine inneren Signale hören zu lernen und diese möglichst vollständig zuzulassen. Was das im Einzelnen bedeutet, darauf möchte ich im nächsten Blog eingehen, der sich mit dem Thema „Die 5 Dimensionen authentischer Liebe“ beschäftigen wird.

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